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und Chinesischen sucht, wenn man ihn nicht in sich selbst aufspürt.« (Wilhelm Reich: Die Massenpsychologie des Faschismus. 1986, S. 15, 143)

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       3Direktiv-delegierender Serienkiller Hitler 2 1930er

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       4Praktizierender Serienkiller Fritz Haarmann 1920er

       Introduktion – »Induziertes Irresein«

      »Der Psychiater kennt eine Form der geistigen Erkrankung, die als induziertes Irresein bezeichnet wird. Es handelt sich dabei darum, dass ein psychisch Kranker seine Umgebung mit seinen Wahnbildungen so beeinflusst, dass sie selbst dem Wahne verfällt.

      Die Aufgabe ist in einem solchen Falle im Interesse der Therapie zunächst, den primär Erkrankten festzustellen, was keineswegs immer ganz einfach ist wegen der oft weitgehenden Identität der Wahnidee und der Übereinstimmung des Affektes.

      Weiterhin sind die Besonderheiten der Psyche, die die Übernahme des Wahns verursacht haben, bei beiden Beteiligten zu klären. Es zeigt sich dabei, dass es sich bei dem Übertragenden meist um stark affektbetonte Vorstellungskomplexe handelt, die mit großer Überzeugungskraft vorgetragen werden, und dass für den Inhalt bei dem Induzierten ein für die Suggestion empfänglicher Boden vorliegt.

      Es ist nun kein Zweifel, dass sich auch im Leben von Völkern – vor allem in revolutionären Zeiten – Erscheinungen finden, die in ihrem psychischen Mechanismus diesem Vorgang beim Einzelindividuum entsprechen.

      Auch bei einer solchen, weite Volkskreise erfassenden psychischen Masseninfektion hat sich die Untersuchung auf die beiden Seiten zu erstrecken – die aktive führende Persönlichkeit und die psychische Zusammensetzung der geführten Masse.«

      Die Sätze des Einleitungszitats schrieb 1947 der 79-jährige Karl Bonhoeffer. Er war von 1912 bis 1938 Inhaber des Lehrstuhls für Psychiatrie und Neurologie an der Berliner Universität und Direktor der psychiatrischen und Nervenklinik der Charité.

      Zwei Jahre zuvor, am 9. April 1945, hatte Bonhoeffer seinen Sohn Dietrich verloren und am 23. April seinen Sohn Klaus, die wegen Widerstandes gegen die Naziherrschaft hingerichtet worden waren – wenige Wochen und Tage vor dem Selbstmord Adolf Hitlers und damit der Beendigung des zwölf Jahre anhaltenden Staatsterrors.

      Karl Bonhoeffers klinisches Resumee zur Hitler-Diktatur wurde zu Lebzeiten des Psychiaters nicht gedruckt. Er starb 80-jährig 1948. Seine Schüler Heinrich Scheller, Erwin Straus und Jürg Zutt publizierten den Bonhoeffer-Text erst 22 Jahre später in ihrem Buch zu Ehren von Bonhoeffers 100. Geburtstag. (Bonhoeffer, S. 108 ff.)

      Beide Beteiligte in den zwölf Jahren Massenmordzeit, der Wahn-Produzent Adolf Hitler und die Mehrheit der Wahn-korrespondierenden Deutschen, wurden in den vergangenen 70 Jahren nach dem Ende des induzierten Irreseins von »Führer« und Volk weltweit ausgiebigen Forschungen unterzogen.

      Die Forschung über die Wahn-Mitschwingenden, die »Induzierten«, kann im Wesentlichen als abgeschlossen angesehen werden. Von Adornos Autoritärer Persönlichkeit über Arendts Eichmann in Jerusalem, Brownings Ganz normale Männer, Kershaws Hitler-Mythos/Hitlers Macht, Goldhagens Willige Vollstrecker, Matussek/Marbachs Hitler – Karriere eines Wahns, Herbsts Hitlers Charisma, Pauls Die Täter der Shoah, Saul Friedländers Das Dritte Reich und die Juden bis zu Welzers Täter: Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden ist das Verhalten der »namenlos« untersten Wahn-Vollziehenden analysiert, seziert und schlüssig summiert worden: Männerbünde wüteten im Destruktions-Delirium.

      Auch konnten die oberen Etagen, die namentlich hervorgetretenen »Hände« und »Füße« des Mordkopfes Adolf Hitler, mit einer Vielzahl von oft pro Täter verschiedenen Biografien entschlüsselt werden. So erging es den Görings, Goebbels’, Heydrichs, Himmlers, Speers …

      Den mittäterischen Nazifrauen – allen voran Eva Hitler, Magda Goebbels, Emmy Göring und Leni Riefenstahl – wurde ebenfalls erfolgreich zu Leib und Seele gerückt. (Meissner, Ebermayer/Roos, Gun, Infield, Charlier/de Launay, J. Frank, Pilgrim, Sigmund, Klabunde, Lambert, Costelle, Görtemaker, Taylor)

      Über die Ursachen des Mitmachens bestehen keine grundsätzlichen Fragen mehr. Der amerikanische »Test Abraham« von Stanley Milgram hat es unspektakulär klargestellt: Die Mehrheit der Menschen, auch der Frauen, drückt im Versuchslabor auf den Knopf für »Mord« und »Folter«, wenn eine »Autoritätsperson« ein solches Tun vorgibt.

      Die Polizei-Bataillone, die KZ-Wärter, die Erschießungs-Kommandos und die Zyklon-B-Gas-Einstreuer haben den irren Vollzug sogar »gern« gemacht.

      Psychisch Infantile machen das überall gern, »wenn sie losgelassen werden« – Stichwort »Greuel« während kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Völkern. Die Bilder der Misshandlung und Ermordung von Vietnamesen und Irakern durch US-Soldaten laufen noch heute um die Welt.

      Es trieft die Erde vor Blut. Es wütet die Spezies Mensch im Kleinen wie im Großen, im Einzelnen wie in der Masse mit Hunderttausenden Verhaltensweisen im Destru-Fun ihrem Untergang entgegen.

      Unklarheit herrscht jedoch noch immer über die »Führerpersönlichkeit« Adolf Hitler höchstselbst. 70 Jahre lang wurde versucht, sie zu entschlüsseln. Denn »eine sichere Diagnose ist nicht bloß vom psychiatrischen Gesichtspunkt aus von Interesse, es ist auch für die Beurteilung seiner [Hitlers] großen Gefolgschaft im deutschen Volke nicht gleichgültig, ob diese sich von einem schweren Psychopathen oder von einem wirklich Geisteskranken durch 12 Jahre hat führen lassen.« (Bonhoeffer, S. 109 f.)

      Die Ursache des Scheiterns der »Diagnose Hitler« ist in den beiden von Bonhoeffer gesetzten Alternativen verborgen, in denen bisher das Rätsel »Hitler« zu lösen versucht wurde, denn irgendwie krank musste ein solcher Anführer der Kulturzerstörung und millionenhaften Einzelmensch-Vernichtung ja gewesen sein. Bonhoeffers Begriffe »Geist(eskranker)« und »Psycho(path)« liegen oben und in der Mitte des menschlichen Person-Aufbaus. Befremdlicherweise wurde an diesen Orten die Krankheit Hitlers nicht gefunden.

      Daher soll der Versuch unternommen werden, Hitlers Krankheit, besser seine Fehlsteuerung, von unten aufzurollen, von dort her, wo im Verständnis vom Menschen die Sexualität lagert.

ONANO

       Hitlers Männermord-Orgasmus

      Die deutsche Film- und Theaterschauspielerin Marianne Hoppe (1909–2002) hat zu Adolf Hitlers Sexualität eine Beobachtung gemacht, die von der Hitler-Forschung noch nicht ausgewertet wurde: »Viel später [Mitte der 1930er] waren wir [jungen Schauspielerinnen] noch einmal [zu Hitler in die Reichskanzlei] eingeladen. Das ist allerdings eine Geschichte, die ein bisschen prekär ist. Da saß Goebbels, da saß seine Frau [Magda], da saßen die ganzen Potentaten, und ich saß in der zweiten Reihe, und da wurde ein Film vorgeführt, der hieß Der Rebell, mit Luis Trenker. Der [Film] spielte 1809 während der Tiroler Volkserhebung gegen die Franzosen. Da war eine Szene, da musste die französische Armee durch einen schmalen Engpass, und die Tiroler hatten oben Bretter festgemacht mit Steinen drauf. Als die Franzosen kamen, da machten sie [die Tiroler] die Stricke los, und dann fielen die ganzen Steine auf die Franzosen herab. Und da, glaube ich, kriegte Hitler eine Art Erregung und hat so die Knie gerieben bei diesem Ereignis, wie die Steine da runterrollten auf die Franzosen drauf, und hat gestöhnt. Ich weiß nicht, ob er verrückt war, aber da kriegte er so eine Art von Orgasmus, sagen wir mal. Und da weiß ich noch, wie ich in der Dunkelheit aufgestanden bin, denn da war mir der Mann unheimlich. Und da ging ich raus und bin nie wieder hingegangen.« (Hoppe, S. 75 f.)

      Als Marianne Hoppe 1936/37 die Beobachtung von Hitlers Gewalt-provozierter Onanie

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