ТОП просматриваемых книг сайта:
Seewölfe - Piraten der Weltmeere 169. Roy Palmer
Читать онлайн.Название Seewölfe - Piraten der Weltmeere 169
Год выпуска 0
isbn 9783954395064
Автор произведения Roy Palmer
Жанр Языкознание
Серия Seewölfe - Piraten der Weltmeere
Издательство Bookwire
Der Seewolf drehte sich noch ein Stück weiter zu ihr herum und legte eine Hand aufs Schanzkleid. „Erstens hatte er nicht das geeignete Schiff dazu, und zweitens hat er keinerlei Absichten in dieser Richtung. Ich möchte aber nicht, daß du den Eindruck gewinnst, ich habe mich auf törichte Weise für eine Idee begeistern lassen und segle nun einfach drauflos – in unser aller Verderben. Du solltest mich besser kennen. Ich weiß genau, was ich tue.“
„Entschuldige, wenn ich dich verletzt habe“, sagte sie einlenkend.
„Du hast mich keineswegs verletzt.“
„Ich frage mich nur, warum wir dies tun. Was bringt es uns denn letztlich ein?“
„Vielleicht mehr als alles Gold und Silber, das wir bislang gehortet und nach England geschafft haben. Diese Passage stellt für jeden Seefahrer einen unschätzbaren Reichtum dar. Wann siehst du endlich ein, daß ein Korsar nicht nur ein Kaperfahrer ist, sondern auch ein Entdecker?“
Sie lächelte jetzt. „Schätze mich bitte nicht falsch ein. Ich habe nur so meine Bedenken, weil es eine niederschmetternde Enttäuschung für uns alle geben könnte. Wenn wir die Passage nicht finden, was dann? Dann wird auch dein Selbstvertrauen ganz erheblich erschüttert.“
„Ich werde es verkraften können.“
„Besser wäre es, wenn uns dieser Hendrik Laas als Lotse begleitet hätte.“
„Sicher, und wir alle hätten ihn gern bei uns an Bord gehabt. Aber er hat nun mal mit der ‚Sparrow‘ nach Dänemark segeln wollen, in seine Heimat. Wer wollte ihm das verwehren oder gar verübeln?“
„Keiner“, erwiderte sie seufzend.
Ja, dieser Hendrik Laas, dieser geheimnisvolle Fremde, den sie seinerzeit bei Plymouth vom Strand aufgelesen hatten – er hatte Hasard aus Dankbarkeit für die Lebensrettung seine streng gehüteten Geheimnisse offenbart: über Thule, die Eskimos, Nanoq, den Eisbär, die Pelztierjagd und alle Eigenarten des Lebens im arktischen Sommer und Winter. Die Seewölfe hatten nicht nur ihm geholfen, sie hatten auch Bert Anderson und Sheldon Gee, Laas’ Kameraden, aus der Gefangenschaft der Piraten befreit und deren Anführer van Dyck die „Sparrow“ entrissen.
Hendrik Laas hatte geschworen, daß er es Hasard und den Männern der „Isabella“ nie vergessen würde, was sie für ihn, Anderson und Gee getan hatten.
„Sir!“ rief Dan O’Flynn. „Schiff Backbord voraus! Ja, es ist ein Wrack, das zwischen Felsen eingeklemmt ist. Der Teufel soll mich holen, wenn das nicht die ‚Ulysses‘ ist!“
„Immer langsam, nicht so voreilig“, brummte Carberry, der von der Kuhl aus zur Küste hinüberäugte. „Noch wissen wir’s nicht genau. Erst müssen wir uns vergewissern, daß es wirklich der gesuchte Kahn ist.“
„Der Teufel wird uns alle holen“, sagte Old O’Flynn. „Er haust mit seinen Dämonen zwischen den Felsen und spießt uns auf, sobald wir an Land gehen.“
Hasard junior und Philip junior leisteten ihm auf dem Quarterdeck Gesellschaft und blickten aus geweiteten Augen zu ihm auf.
„Grandpa“, sagte Hasard junior und zupfte den Alten am Jackenärmel. „Wie sieht der Teufel aus? He, wie? Hast du ihn schon mal gesehen?“
„Jungs“, murmelte Old Donegal. „Ihr habt doch alle beide schon mal einen Gaul gesehen, stimmt’s? Nun stellt euch mal einen Zweibeiner vor, der anstelle seines rechten Beines einen Pferdefuß hat, mit ’nem richtigen Huf daran, meine ich, und …“
„Und das andere Bein?“ fragte Philip junior. „Was ist mit dem anderen Bein los?“
„Mann“, sagte Pete Ballie, der im Ruderhaus jedes Wort verstehen konnte. „Meiner Meinung nach ist es Unfug, den Jungen solche Schauermärchen zu erzählen, Donegal!“
„Du hast mir nicht ’reinzureden, Pete Ballie“, zischte der Alte, der seinerseits gehört hatte, was der Rudergänger gesagt hatte.
Pete wollte etwas erwidern, aber in diesem Moment ertönte der Ruf des Seewolfs: „Pete, Ruder vier Strich Backbord, wir nehmen Kurs auf das Wrack! Al, du steigst auf die Galionsplattform ’runter und lotest die Wassertiefe aus!“
„Aye, aye, Sir“, sagten Pete Ballie und Al Conroy.
„Wir gehen so dicht wie möglich an die Felsen heran!“ rief Hasard. „Wir ankern, fieren zwei Boote ab und pullen zu dem Schiff, um es genau zu inspizieren.“
„Au fein“, sagte Hasard junior. „Vielleicht kriegen wir dann ja auch den Teufel zu sehen – oder den Wassermann.“
„Wie?“ wunderte sich Old O’Flynn. „Habt ihr Heringe denn gar keine Angst vor diesen Ungeheuern?“
„Ach wo“, entgegnete Philip junior. „Die Galeone der Toten war ja auch nur ein alberner Mummenschanz. Teufel, Dämonen und Geister – die gibt’s überhaupt nicht.“
„Das schlägt dem Faß den Boden aus“, sagte der Alte.
Pete Ballie blickte aus dem Ruderhaus zu ihm herüber und grinste sich eins.
„Geit auf die Segel!“ brüllte auf der Kuhl der Profos los. „Wollt ihr wohl traben, ihr müden Böcke? Und macht die Jollen klar, und zwar ein bißchen dalli, oder es raucht in der Kombüse, daß euch euer blödes Grinsen vergeht!“
Das Vorschiff der „Isabella“ drehte sich der Küste zu, die Galeone schob sich auf Dan O’Flynns Entdeckung zu. Düsterer waren die Schatten der Nacht jetzt geworden, aber die Umrisse des Wracks waren immer noch deutlich genug zu erkennen.
Sie wirkten skelettähnlich, zwei Maststummel ragten wie mahnende Finger in den Abend auf.
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.