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auf der subatomaren Ebene (subatomar bezieht sich auf die Bestandteile von Atomen: Elektronen, Protonen, Neutronen etc.; sie sind die Bausteine aller physischen Materie). Die Grundbausteine unserer sogenannten physischen Welt sind, je nach Geisteshaltung des Beobachters, gleichzeitig Wellen (Energie) und Teilchen (physische Materie); darauf kommen wir noch zurück. Um die Funktionsweise der Welt zu verstehen, war ein Blick auf die allerkleinsten Bausteine erforderlich.

      Aus diesen Experimenten entstand die neue Wissenschaft der Quantenphysik.

      Den festen Boden, auf dem wir stehen …, gibt es nicht

      Aus diesem Wandel ergab sich ein komplett neues Bild der Welt, in der wir leben; uns wurde der sprichwörtliche Teppich unter den Füßen weggezogen – unter den Füßen, die, wie wir meinten, auf festem Boden standen. Wie das? Erinnern Sie sich an die alten Atommodelle, bestehend aus Zahnstocher und Styroporkugeln? Vor der Quantenphysik bestanden Atome nach landläufiger Meinung aus einem relativ kleinen, festen Kern und kleineren, weniger substanziellen Objekten in diesem Kern bzw. um den Kern herum. Die Vorstellung, man könnte mit einem entsprechend leistungsstarken Instrument die subatomaren Partikel, die ein Atom ausmachen, messen (ihre Masse berechnen) und (ihre Menge) zählen, ließen sie so träge wie Kühe auf der Weide erscheinen. Atome bestanden allem Anschein nach aus fester Materie, oder etwa nicht?

      Das klassische Atom

      Abbildung 1A. Das »alte«, klassische Atommodell nach Newton. Hier geht es vor allem um das Stoffliche, also die Materie.

      Wie das Quantenmodell gezeigt hat, könnte nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein. Atome sind zum größten Teil leerer Raum, sie sind Energie. Man stelle sich vor: Alles Physische im Leben ist keineswegs feste Materie; es handelt sich vielmehr um Energiefelder bzw. Frequenzmuster mit Informationen. Alle Materie ist eher »nichts« (Energie) als »etwas« (Partikel).

      Das Quanten-Atom

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      Abbildung 1B. Die »neue« Quantenversion des Atoms mit einer Elektronenwolke. Das Atom besteht zu 99,99999 Prozent aus Energie und zu 0,00001 Prozent aus Materie. Materiell betrachtet ist es praktisch nichts.

      Das wirkliche Quanten-Atom

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      Abbildung 1C. Dieses Atommodel kommt der Wirklichkeit am nächsten: Materiell ist es »nichts«, aber potenziell ist es alles.

      Noch ein Rätsel: Für subatomare Partikel und größere Objekte gelten unterschiedliche Regeln

      Doch damit allein ließ sich das Wesen der Realität nicht erklären. Einstein und andere Forscher mussten ein Rätsel lösen: Materie verhielt sich anscheinend nicht immer gleich. Beim Beobachten und Messen der unendlich winzigen Welt des Atoms zeigte sich, dass die Grundbestandteile des Atoms auf der subatomaren Ebene nicht den Gesetzmäßigkeiten der klassischen Physik folgten wie die größeren Objekte.

      Alles was im Zusammenhang mit Objekten aus der »großen« Welt passierte, war vorhersagbar, reproduzierbar und konstant. Als der legendäre Apfel vom Baum fiel und sich in Richtung auf den Mittelpunkt der Erde bewegte, bis er mit Newtons Kopf kollidierte, beschleunigte sich seine Masse mit einer konstanten Kraft. Doch das Verhalten von Elektronen als Partikel war ungewöhnlich und konnte nicht vorhergesagt werden. Wenn sie mit dem Atomkern interagierten und sich auf dessen Zentrum zubewegten, gewannen sie Energie hinzu bzw. verloren sie Energie, waren sichtbar und verschwanden und tauchten scheinbar überall auf, ohne Beschränkung durch Zeit und Raum.

      Funktionierte die Welt des Mikro- und die Welt des Makrokosmos etwa auf Basis komplett unterschiedlicher Regeln? Da subatomare Partikel wie Elektronen die Bausteine von allem in der Natur ausmachten – wie konnten sie dann nach bestimmten Regeln funktionieren und die Dinge, die aus diesen Partikeln bestanden, nach ganz anderen Regeln?

      Von Materie zu Energie: Partikel ziehen

       die ultimative Verdünnisierungsshow ab

      Auf der Ebene der Elektronen kann man energieabhängige Merkmale wie die Wellenlänge, die elektrische Spannung und Ähnliches messen, doch die Masse dieser Partikel ist so unendlich klein und existiert nur für eine so winzige Zeitspanne, dass sie praktisch gar nicht existent ist.

      Das macht die subatomare Welt so einzigartig. Sie besitzt nicht nur physische, sondern auch energetische Qualitäten. In Wahrheit existiert Materie auf der subatomaren Ebene nur als momentanes Phänomen. Sie ist so wenig greifbar, dass sie ständig auftaucht und wieder verschwindet: Sie erscheint in drei Dimensionen und entschwindet ins Nichts – ins Quantenfeld, in den Nicht-Raum, die Nicht-Zeit – und wird vom Partikel (Materie) zur Welle (Energie) transformiert und umgekehrt. Doch wohin verschwinden Partikel, wenn sie sich sozusagen in Luft auflösen?

      Kollaps der Wellenfunktion

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      Abbildung 1D. Das Elektron existiert in einem Moment als Wahrscheinlichkeitswelle und zeigt sich im nächsten Moment als Festpartikel, verschwindet dann im Nichts und taucht woanders wieder auf.

      Schöpfung der Wirklichkeit:

       Energie reagiert auf zielgerichtete geistige Aufmerksamkeit

      Noch einmal zurück zum alten Zahnstocher- und Styroporkugel-Modell des Atomaufbaus. Legte dieses Modell nicht nahe, die Elektronen auf Kreisbahnen um den Atomkern kreisten wie die Planeten um die Sonne? Wenn das stimmte, müsste man ihre Position bestimmen können, nicht wahr? Ja, könnte man sagen, aber nicht aus dem Grund, den wir angenommen hatten.

      Die Quantenphysiker beobachteten folgendes Phänomen: Wer die winzigen Partikelchen, die die Atome bilden, beobachtet (bzw. misst), beeinflusst das Verhalten von Energie und Materie. Wie Quantenexperimente zeigten, existieren Elektronen gleichzeitig in einer unendlichen Zahl von Möglichkeiten in einem unsichtbaren Energiefeld. Doch erst wenn ein Beobachter bzw. Betrachter seine Aufmerksamkeit auf irgendeine Position eines beliebigen Elektrons richtet, taucht dieses Elektron auf. Anders ausgedrückt: Ein Partikel kann sich in der Realität – also dem gewöhnlichen, uns bekannten Raum-Zeit-Gefüge – erst dann manifestieren, wenn es beobachtet wird.1

      Dieses Phänomen heißt in der Quantenphysik »Kollaps der Wellenfunktion« bzw. der »Beobachter-Effekt«. Wenn der Beobachter nach einem Elektron Ausschau hält, gibt es, wie wir inzwischen wissen, einen bestimmten Punkt in Zeit und Raum, an dem alle Möglichkeiten des Elektrons in einem physischen Ereignis kollabieren. Angesichts dieser Entdeckung kann man Geist und Materie nicht mehr als voneinander getrennte Phänomene betrachten; sie sind untrennbar miteinander verbunden, denn der subjektive Geist erzeugt messbare Veränderungen in der objektiven physischen Welt.

      Wird Ihnen jetzt klar, warum dieses Kapitel die Überschrift »Das Quanten-Ich« trägt? Auf der subatomaren Ebene reagiert Energie auf den aufmerksam ausgerichteten Geist und wird zu Materie. Wie könnte sich Ihr Leben verändern, wenn Sie den Beobachter-Effekt gelenkt einsetzen könnten und unendlich viele Wahrscheinlichkeitswellen in die von Ihnen gewählte Realität kollabieren ließen? Könnten Sie sich dann zu einem besseren Beobachter des von Ihnen gewünschten Lebens mausern?

      Unendlich viele mögliche Realitäten warten auf den Beobachter

      Überlegen Sie einmal: Alles im physischen Universum besteht aus subatomaren Partikeln wie beispielsweise Elektronen. Solange diese Partikel als reines Potenzial existieren,

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