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kann der Klient nun direkt in den Körper geführt werden. Dazu wird das beschriebene Bild auf der Leinwand aufgegriffen.

      THERAPEUT Nun lade ich Sie ein, in diese Leinwand einzusteigen … ein Teil von Ihnen kann dort eintauchen und auf die Reise gehen … während Sie ganz entspannt an Ihrem sicheren Ort sitzen … kann das kleine Ich, das dort unterwegs ist … wahrnehmen, wie es in Ihrem Körper aussieht …

      Ebenso wie bei der Spiegeltechnik nehmen Sie mit dem kleinen Ich Kontakt auf und laden den Klienten dazu ein, sich damit zu assoziieren. Auch mit diesem Teil empfiehlt es sich, in die persönlichere Form im Du zu wechseln.

      THERAPEUT Wenn ich nun mit diesem Teil spreche … lade ich dich, kleines Ich, ein, dich erst einmal zu orientieren …

      Es kann sein, dass du an einer Stelle noch kleiner werden musst … du kannst durch Wände reisen … in der Imagination ist alles möglich … vielleicht möchtest du auch ein Transportmittel nutzen … eine Art U-Boot, auf einem Pferd reiten oder etwas ganz anderes … alles, was kommt, ist genau richtig so …

      Die Körperreise erfolgt dann genauso wie bei der Spiegeltechnik.

       Distanz wahren

      Es gibt Fälle, in denen Sie oder der Klient Bedenken haben, in den Körper zu reisen. Dann ist es wichtig, die Distanz zur Leinwand aufrechtzuerhalten. Der Klient sitzt bequem an seinem sicheren Ort und betrachtet die Leinwand, ohne einzusteigen.

      THERAPEUT Das Unbewusste kann Ihnen auf der Leinwand den Körper von innen zeigen … Lassen Sie sich überraschen, wie es dort aussieht … es kann irgendwie anatomisch aussehen … kann aber auch eine Landschaft sein … vielleicht wie in einer Geschichte aus einem Buch oder Film … manchmal ist es auch nur eine Farbe … oder etwas ganz anderes …

      In diesem Fall sprechen Sie immer mit dem Teil, der dort am sicheren Ort sitzt. Zur Wahrung der Distanz soll er im Folgenden die Reise auf der Leinwand beobachten. Eine Assoziation ist zunächst unerwünscht. Bei dieser Form der Reise wechseln Sie nicht ins »Du«. Sollten im Verlauf sehr schöne Szenen im Körper kommen – wie zum Beispiel im Ressourcenraum –, kann die Distanz für kurze Zeit aufgehoben werden. Sie lassen sich den Klienten in diesem Fall mit dem Ich auf der Leinwand assoziieren.

       Beginn der Reise

      Egal, auf welchem Weg das kleine Ich in den Körper gelangt ist, kann die Reise nun beginnen. Sie sollten bereits früh erwähnen, dass der Weg zunächst zu einem angenehmen Ort führt. Die therapeutische Arbeit folgt erst nach einer vorherigen Stabilisierung durch das Auffinden von Wohlfühl- und Ressourcenraum (s. Kap. 5 und 6).

      THERAPEUT Nun lade ich dich ein, dich erst einmal zu orientieren … vielleicht begegnet dir ein Helferwesen, das den Weg kennt … während du unterwegs bist zu deinem inneren Wohlfühlraum … der Stelle im Körper, an der es sich am besten anfühlt …

      Die meisten Patienten gelangen mit ihrem Spiegelbild in den Körper. Daher beschreibe ich ab jetzt die Vorgehensweise bei den Körperreisen exemplarisch im Kontakt mit dem Spiegelbild. Bei den alternativen Einstiegen (magischer Schritt, äußerer sicherer Ort) erfolgt die Kommunikation stattdessen mit dem kleinen Ich oder dem reisenden Anteil.

       KATJA, 29 JAHRE

      KLIENTIN Das kleine Spiegelbild verschwindet durch eine Pore in der Hand, und da ist so ein Röhrensystem … ich schwimme irgendwie durch eine Flüssigkeit … vielleicht ist es das Blut …

      THERAPEUTIN Kleines Spiegelbild, du kannst dich in Ruhe orientieren … durch diese Flüssigkeit schwimmen … wie auch immer das aussehen mag … ich lade dich ein, in deinem Tempo die Stelle im Körper aufzusuchen, an der es sich am allerbesten anfühlt … den inneren Wohlfühlraum … …

      KLIENTIN … Jetzt ist da plötzlich eine Tür … die passt eigentlich nicht hierher …

      THERAPEUTIN In dem Röhrensystem kann plötzlich ein ganz anderer Ort zu finden sein … das kann ein normaler Raum sein … eine Landschaft … eine Farbe … oder etwas ganz anderes … das Unbewusste spürt meist, wenn man am Wohlfühlraum angekommen ist …

      KLIENTIN Ja, die Tür fühlt sich gut an … dahinter ist ein normales Zimmer …

      In Trance ist es durchaus üblich, dass Bilder aus verschiedenen Ebenen ineinander übergehen. So können sich zum Beispiel anatomische Vorstellungen mit Zeichentrickfiguren und Bildern von richtigen Räumen oder Landschaften abwechseln.

      LEVIN, 12 JAHRE:

      KLIENT Ich gehe durch die Nase rein, und es sieht aus wie auf einer Eisenbahnplatte. Da kommt eine Lok, auf die ich mich setze … ich fahre durch eine Landschaft mit vielen Häusern … auf einem steht »Lunge« … »Magen« … und der Trafo ist das Herz …

      Dieser 12-Jährige mit einer rheumatischen Erkrankung hat seine ganze Therapie auf dieser Eisenbahnplatte erlebt und dort erfolgreich gegen »die Mafia« gekämpft.

      MONA, 42 JAHRE:

      KLIENTIN Das Spiegelbild ist durch eine Pore in der Hand verschwunden und reitet nun auf einem Pferd den Arm rauf … Wenn es in den Rumpf kommt, ist da eigentlich alles nur eine Farbe … die Farbe ändert sich … es ist eher ein Gefühl …

      Bei dieser Patientin – einer Reiterin – haben sich diffuse Farbwahrnehmungen immer wieder mit ganz konkreten Bildern von Landschaften und Räumen abgewechselt.

      NICK, 12 JAHRE:

      KLIENT Das Spiegelbild geht durch den Mund rein … es sieht aus wie bei Harry Potter … in Hogwarts … eins ist nur komisch, da liegt überall Schnee … und der kleine Nick fährt Snowboard …

      Dieser Junge hat seine unklaren Gelenkbeschwerden rein symbolisch in seiner Harry-Potter-Welt erfolgreich therapiert, ohne dass er irgendetwas aufgedeckt hat.

       4.2 Klassische Stolpersteine

      Sobald das Spiegelbild in den Körper reist, kann es – wie überall – zu Widerständen kommen. Ebenso wie bereits zu Beginn der Induktion ist es möglich, dass der Klient im Körper nichts sieht. Mit diesem Nichts, der Schwärze oder dem Nebel gehen Sie genauso um wie in den Kapiteln 3 (»Die Induktion«) und 12 (»Widerstände«) beschrieben.

      Schmerzgeplagte Klienten neigen dazu, sobald sie im Körper angekommen sind, den Schmerzbereich aufzusuchen. Der Leidensdruck scheint so groß zu sein, dass an Wohlfühlen und Ressourcenarbeit noch nicht zu denken ist. Folgen Sie dem Klienten in diesem Fall zum Ort des Geschehens.

       »Ich bin schon in der Schulter«

      Der Therapeut hat dazu eingeladen, in Ruhe im Körper anzukommen.

      THERAPEUT Ich lade dich, kleines Spiegelbild, ein … dich erst einmal in Ruhe zu orientieren … sobald du wahrgenommen hast, wie es im Körper aussieht … kann die Reise zum inneren Wohlfühlraum starten …

      KLIENT Kann es sein, dass ich schon in der Schulter bin? Da sind lauter kleine Männchen, die mit einem Pickel auf der Kugel rumhacken!

      THERAPEUT Es kann durchaus sein, dass Ihr Unbewusstes entschieden hat, sofort zum Ort des Geschehens zu gehen. Bei diesen starken Schmerzen ist Wohlfühlen vielleicht noch nicht dran.

      Da der Therapeut nur Lotse ist, entscheidet der Klient selbst, was zuerst an der Reihe ist. Somit beginnt die Arbeit direkt an dieser Stelle (s. Kap. 15.1, »Reise zum Ort des Geschehens«).

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