Скачать книгу

      

      Gerhard Loibelsberger

      Alles Geld der Welt

      Ein Roman aus dem alten Wien

      Impressum

      Immer informiert

      Spannung pur – mit unserem Newsletter informieren wir Sie

      regelmäßig über Wissenswertes aus unserer Bücherwelt.

      Gefällt mir!

      

      Facebook: @Gmeiner.Verlag

      Instagram: @gmeinerverlag

      Twitter: @GmeinerVerlag

      Besuchen Sie uns im Internet:

       www.gmeiner-verlag.de

      © 2020 – Gmeiner-Verlag GmbH

      Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch

      Telefon 0 75 75 / 20 95 - 0

      [email protected]

      Alle Rechte vorbehalten

      3. Auflage 2020

      Lektorat: Claudia Senghaas, Kirchardt

      Herstellung/E-Book: Mirjam Hecht

      Umschlaggestaltung: U.O.R.G. Lutz Eberle, Stuttgart

      unter Verwendung eines Bildes von https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Kiss_-_Gustav_Klimt_-_Google_Cultural_Institute.jpg

      ISBN 978-3-8392-6578-9

      Widmung

      Für meine Frau Lisa, die mich gedrängt hat,

      dieses Buch zu schreiben.

      Verzeichnis der historischen Personen

      

      Eduard von Bauernfeld (1802 – 1890): Schriftsteller, Hausdichter des Burgtheaters

      Gustav Ritter von Boschan (1841 – 1873): Entrepreneur und Spekulant

      Samuel Deutsch (1818 – 1873): Börsenagent und Spekulant

      Elisabeth (Sisi) (1837 – 1898): Kaiserin von Österreich, Königin von Ungarn

      Gustav Ritter von Epstein (1828 – 1879): Bankier und Industrieller

      Cajetan Felder (1814 – 1894): Jurist, Wiener Bürgermeister

      Georg Graf Festetics de Tolna (1815 – 1883): ungarischer Politiker

      Ferdinand I. (1793 – 1875): Kaiser von Österreich, König von Ungarn

      Franz Josef I. (1830 – 1916): Kaiser von Österreich, König von Ungarn.

      Eduard Lasker (1829 – 1884): Jurist, deutscher Politiker

      Erzherzog Karl Ludwig (1833 – 1896): Bruder des Kaisers, Protektor der Weltausstellung

      Ferdinand Kürnberger (1821 – 1879): Schriftsteller und Feuilletonist

      Karl Loibelsberger (1845 – 1927): Schriftsetzer, Metteur en page, Urgroßvater des Autors

      Max Modern (1833 – 1873): Börsenagent und Spekulant

      Johann Baptist Placht (1838 – ?): Bankier und Betrüger

      Salomon Freiherr von Rothschild (1774 – 1855): Bankier und Industrieller

      Ferdinand von Saar (1833 – 1906): Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker

      Eduard Sacher (1843 – 1892): Feinkosthändler, Restaurantbesitzer

      Wilhelm Freiherr von Schwarz-Senborn (1816 – 1903): Generaldirektor der Weltausstellung

      Adele Spitzeder (1832 – 1895): Betrügerin

      Eduard Strauß (1835 – 1916): Komponist, Kapellmeister

      Johann Strauß (1825 – 1899): Komponist, Kapellmeister, Walzerkönig

      Moritz Szeps (1835 – 1902): Journalist, Herausgeber, Zeitungszar

      Philipp Graf Stadion (1763 – 1824): österreichischer Außenminister und Finanzminister

      Adolf Taußig (1840 – 1873): Bankkassier und Spekulant

      Leopold Ritter von Wertheimstein (1801 – 1883): Bankier, Vizepräsident der Creditanstalt

      Josephine von Wertheimstein (1820 – 1894): Salonière, Gattin von Leopold von Wertheimstein

      Prolog

      

      Da lag er nun. Der alte Rosenstrauch. Kein Wimpernschlag, kein Schnaufer, kein Garnichts. Bleich und wächsern die Züge, der Körper in Totenstarre. Jetzt steht er vor Gott dem Herrn und wird Rechenschaft ablegen über sein Leben, dachte Heinrich von Strauch und musste lächeln. Reich, ja überreich, so konnte man die fünfundachtzig Lebensjahre seines Vaters mit Fug und Recht bezeichnen. Geboren als Sohn eines jüdischen Pfandleihers in Wien, hatte sich der junge Aaron Rosenstrauch emporgearbeitet zum allseits geachteten und mit allen irdischen Gütern gesegneten Bankier Antonius von Strauch. Dazu gehörte das Konvertieren zum katholischen Glauben ebenso wie die absolute Treue zum Kaiserhaus. Begonnen hatte alles im Jahr 1814. Wien war damals der Mittelpunkt Europas, wenn nicht gar der gesamten zivilisierten Welt. Auf Einladung des österreichischen Kaisers trafen sich hier die regierenden Fürsten Europas. Nachdem sie Napoleon niedergerungen hatten, galt es nun, das napoleonische Reich auszuweiden. In der blutig aufgebrochenen Karkasse des französischen Kaiserreiches wühlten nun mit gierigen Händen diejenigen, die den französischen Kaiser und seine einst so glorreiche Armee besiegt hatten. Es ging um die Neuordnung Europas. Und da nicht nur verhandelt, intrigiert, gefeilscht und debattiert, sondern auch gefeiert, getafelt und getanzt wurde, verschlang der Wiener Kongress ungeheuer viel Geld. Geld, das der österreichische Kaiser nicht hatte und das ausgeborgt werden musste. So kam es, dass der junge Geldverleiher Aaron Rosenstrauch zu einer Audienz bei Graf Stadion, dem seit Kurzem amtierenden kaiserlichen Finanzminister, gebeten wurde. Letzten Oktober hatten sie sich bei einem Volksfest im Park des Palais Augarten kennengelernt. Als sie einander neuerlich von Angesicht zu Angesicht gegenüberstanden, hielt sich Graf Stadion nicht lange mit Begrüßungs- oder Höflichkeitsfloskeln auf, sondern kam sofort zur Sache:

      »Rosenstrauch! Soweit ich mich entsinne, ist Er Geldverleiher, net wahr?«

      »Jawohl, Exzellenz.«

      »Ausgezeichnet. Ist Er liquid?«

      »Die Geschäfte könnten schlechter gehen …«

      Wann immer Antonius von Strauch in späteren Jahren diese Episode seinem Sohn, seiner Familie oder Freunden erzählte, machte er ein bekümmertes Gesicht und seufzte tief. Denn die gewaltige Summe von hunderttausend Gulden hatte er natürlich nicht verfügbar. Dennoch trieb er sie binnen einer Woche auf und ließ sie Graf Stadion zukommen. Ein Batzen Geld, den er zu einer Verzinsung von sieben Prozent an den Staat verlieh. Das war der erste entscheidende Schritt zur Gründung der späteren Privatbank A. Strauch. Ab

Скачать книгу