Аннотация

»Was ist passiert?«, fragte Anneka Norden aufgeregt, kaum dass ihr großer Bruder Danny das Telefonat beendet hatte. »Janni ist vom Pferd gefallen und wurde bewusstlos in die Privatklinik von Scheich Ahmed eingeliefert«, gab er Auskunft über das, was er soeben von seinem Vater aus dem fernen Orient erfahren hatte. Seit einigen Wochen hielten sich Daniel und Fee Norden mit den Zwillingen Jan und Dési im Reich von Scheich Ahmed auf. Der mächtige Herrscher hatte den bekannten Arzt um Hilfe für seinen Sohn Prinz Hasher gebeten, der seit frühester Kindheit an einer rätselhaften Krankheit litt. Nach anfänglichem Zögern hatte sich Dr. Daniel Norden bereit erklärt, sein Glück zu versuchen – andere, wie die deutsche Tropenmedizinerin Dr. Julia Wilhelmi, waren gescheitert –, und er war mit einem Teil seiner Familie in den geheimnisvollen Orient gereist. Diese Reise war nicht ohne Risiko für das Glück der Familie. Denn selbst wenn Scheich Ahmed ein moderater Herrscher war, so war er doch in aller Welt bekannt als großer Frauenliebhaber. Die schöne Felicitas wäre eine willkommene Beute für den liebeshungrigen Scheich, so die Befürchtung der großen Kinder. Doch an diesem Tag drehten sich die Sorgen ausnahmsweise um den jüngsten Bruder der Familie. »Und? Wie geht es Janni?«, fragte Anneka aufgeregt weiter. »Ist er schwer verletzt?« »Was macht er überhaupt auf einem Pferd?«, wollte Felix wissen. »So ein Mädchenkram sieht ihm gar nicht ähnlich.«

Аннотация

»Kommen Sie! Hier können Sie in Ruhe das Ende der Operation abwarten!« Als seine Frau Leila mit Dr. Daniel Norden und anderen Ärzten in Richtung Operationssaal verschwunden war, war die Welt von Scheich Ahmed nicht mehr dieselbe. Und diese Welt verstand er nicht mehr. »Ich bin reich. Ich kann alles kaufen, was mein Herz begehrt. Ich kann meiner Familie jeden Wunsch erfüllen. Sagen Sie mir, was Leila braucht, um gesund zu werden. Ich kaufe es.« Wie betäubt ließ sich Ahmed auf einen der Ledersessel im privaten Warteraum seiner Klinik fallen, der für die Angehörigen der Herrscher-Familie reserviert war. Vergessen waren die Avancen, die er der schönen deutschen Arztfrau Fee Norden gemacht hatte. Vergessen waren auch all die anderen europäischen Frauen, die er ins Sultanat hatte kommen lassen, um sie nach allen Regeln der Kunst zu verführen. Und das, obwohl er die Liebe der schönsten, klügsten Frau besaß, die er sich nur wünschen konnte. Die Liebe seiner Frau Leila, die nun im Operationssaal um ihr Leben kämpfte. In diesen schwersten Momenten seines Lebens verstand Scheich Ahmed sich selbst nicht mehr. »Es steht schon in der Bibel geschrieben, dass kein Reichtum den Reichtum der Gesundheit übertrifft. Und die kann man nun mal nicht mit Geld kaufen«, erklärte Felicitas Norden sachlich, aber durchaus mitfühlend. Sie hatte den Scheich in die Klinik begleitet und stand ihm in dieser schweren Stunde bei.

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Scheich Ahmed und seine schöne Begleiterin Dr. Julia Wilhelmi erreichten ihr Ziel erst bei Anbruch der Dunkelheit. »Wir sind da!« Es waren die ersten Worte, die der Scheich seit Stunden an die Ärztin richtete. Während der Fahrt hatte er fast pausenlos telefoniert. »Kommen Sie!« Er half ihr aus dem Wagen, und Julia streckte sich. »Mir tut alles weh«, seufzte sie. Doch Ahmed lächelte nur vielsagend. In diesem Teil der Erde gab es kaum eine Dämmerung, und die Nacht fiel wie ein samtschwarzes Tuch über die Landschaft. Der Lichtkegel des Jeeps erhellte die Umgebung. Julia betrachtete den Rastplatz der Kamele, den Brunnen, umgeben von Palmen, und die Lehmhäuser dahinter. »Hier werden wir wohnen!« Scheich Ahmed deutete auf ein weißes rundes Zelt am Rand des Platzes, das selbst in der Dunkelheit strahlte. »Es sieht aus wie aus Tausendundeiner Nacht«, wisperte Julia ergriffen. »Ich hoffe, dass Sie sich wie eine Prinzessin fühlen werden.« In der Dunkelheit blitzten seine weißen Zähne auf. »Im Grunde genommen bin ich sehr sicher.

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»Sind die anderen Passagiere schon an Bord?«, erkundigte sich Dr. Daniel Norden bei dem Mann, der ihn, seine Frau Felicitas und die Zwillinge Dési und Jan über das Rollfeld geleitete. Der Horizont flimmerte, das fahle Blau des Himmels vermischte sich mit dem schmutzigen Gelb der Wüste. Die Luft brannte vor Hitze und machte der Familie das Atmen schwer. »Es gibt keine anderen Passagiere, Herr Doktor«, erklärte der Mann freundlich lächelnd. »Sie sind unsere einzigen Fluggäste.« Trotz der Hitze rann ein eisiger Schauer über Fees Rücken. Wieder dachte sie an die beiden Männer, die erst vor einigen Tagen überraschend vor ihrer Haustür aufgetaucht waren, um die Hilfe des über die Landesgrenzen hinaus bekannten Arztes Dr. Norden zu bitten. Der einzige Sohn des Scheichs Ahmed, Prinz Hasher, litt an einer geheimnisvollen Krankheit, die kein Arzt bisher zu heilen oder wenigstens zu lindern vermocht hatte. Die große Hoffnung des Scheichs ruhte nun auf Daniel. Selbstverständlich hatte Felicitas keine Sekunde gezögert und sich bereit erklärt, ihren Mann auf die Reise in den unbekannten Orient zu begleiten. Zwei ihrer fünf Kinder, die Zwillinge Janni und Dési, begleiteten sie. »Ein schönes Flugzeug«, lobte Daniel in die Gedanken seiner Frau hinein. Inzwischen freute er sich auf das Abenteuer, auf das exotische Land mit den fremden Bräuchen und Sitten, auf die unbekannten Menschen und ihre Lebensart. »Der Traum eines jeden Mannes!«, erwiderte der Mann und lächelte Janni zu, der aufgeregt von einem Fuß auf den anderen hüpfte.